Montag, 17. Juli 2017

Mehr Energie und Herz.

Glaube niemals Deinem Verstand!

Seit einigen Wochen schreibe ich intensiv an meinem Buch. Ich habe einen Verleger gefunden, der das Thema spannend findet. Das ist ein großes Geschenk. Inhalt des Buches ist ein besonderer Weg, wie Sie ein erfülltes Leben gestalten, mit Erfolg, Ausgeglichenheit und Leichtigkeit. Es wird eine Vorlage zum Mit- und Selbermachen.

Interessant ist, dass ich nun sehr in die Tiefe der Themen einsteige. Und immer, wenn sich Dein Fokus verändert, begegnen Dir Menschen, die dazu passen. Bei mir sind es zur Zeit Menschen in der Sackgasse, deren Motivation am Boden ist oder die wichtige Entscheidungen zu treffen haben.

Deshalb möchte ich allen, denen es ähnlich geht, die nicht weiter wissen und Energie brauchen folgende Sätze ans Herz legen.

1. Dein Verstand konstruriert die meiste Zeit Illusionen. Frage Dein Herz, was Du wirklich willst. Dein Bauchgefühl stimmt immer. Nutze Deinen Verstand lediglich für die Planung und Orga.

2. Andere Menschen wissen nichts über Dich. Sie können Dir also auch keinen RAT geben. Sie können für Dich da sein, zuhören, Dich im Arm halten, aber niemals wissen, was für Dich richtig ist.

3. Dein Körper ist ein Kompass. Er zeigt Dir in jedem Augenblick, was gut für Dich ist und was Dir schadet. Gehst Du darüber weg, wird er Dir noch klarere Botschaften schicken.

4. Alle unsere Probleme finden auf dem Spielfeld Leben statt. Wer Du in Wahrheit bist, ist außerhalb Deines Alltags, in Dir. Du hast alles, was Du brauchst, um glücklich zu sein.

5. Du hast mehr Kraft, als Du denkst. Wenn Du glaubst, Sie geht Dir aus, bist Du auf dem falschen Weg. Ändere Deine Richtung und die Energie kommt zurück.

6. Deine Bewertungen sind der Grund für fast alle Deine Probleme. Wie Du Dich, andere und das Leben mit Etiketten versiehst, entscheidet über Dein Wohbefinden. Prüfe Deine Gedanken und ändere sie.

7. Zeit ist kein Thema mehr, wenn Du Dich nur mit den Dingen und Menschen abgibst, die Dir gut tun, Deinem Ziel dienen oder Deine Seele nähren. Streiche alles, was dem nicht entspricht.

8. Gemeinschaft hat nichts mit Funktionieren müssen, Erwartungen erfüllen oder Bedingungen stellen zu tun. Baue Dir ein Umfeld, in dem Akzeptanz, Toleranz und Liebe ohne Bedingungen ungeschriebenes Gesetz ist.

9. Vergiss nie Deinen Humor, lache viele, höre Musik, tanze und spiele!

10. Du bist gut so, wie Du bist. Verbiege Dich nicht, aber lerne. Bleib authentisch, aber motiviere andere. Liebe Dich selbst und mach Dich frei von der Vergangenheit.


Mittwoch, 12. Juli 2017

Be hard and tough!

10 tips on how to safely have no more fun.

  1. Do not pay attention to your feelings, but only to your mind. Feelings are something for sissies. You should definitely focus on the facts. 

  2. If you want to be succesfull, do not rest on your laurels. You must work hard and always diligently pursue your goals. 

  3. Friends are overestimated. You have really better to do than drink coffee and chat. Except it serves your goals.

     
  4. When you wake up at night, this is the chance to think about your problems. No one is disturbing you.

  5. All the hype about relaxation and meditation should be ignored. Esoteric nonsense.

  6. You can use your vacation for fun - after your mails are processed.

  7. The weekend is for finishing work in the house, garden or what you didn't do in your job during the week. Being lazy doesn't feed your goals.
  8. Stop dreaming. Make something handy and secure. Just do not take risks.

  9. Communication takes place when it pursues an objective. Otherwise avoid unnecessary conversations for example about your feelings and motives, especially with relatives.

  10. Schedule your time at least six months in advance. You should not be embarrassed to live too bored or unstructured in the day.

Nur die Harten kommen in den Garten.


10 Tipps, wie Sie sicher keinen Spaß mehr haben.


1. Achten Sie nicht auf Ihre Gefühle, sondern nur auf Ihren Verstand. Gefühle sind etwas für Warmduscher. Sie sollten sich definitiv nur auf die Fakten konzentrieren.

2. Wenn Sie zu etwas kommen wollen, ruhen Sie sich nicht auf Ihren Lorbeeren aus. Sie müssen hart arbeiten und stets fleißig Ihre Ziele verfolgen.

3. Freunde werden überbewertet. Sie haben wirklich besseres zu tun, als Kaffee trinken und ratschen.
Außer es dient Ihren Zielen.

4. Wenn Sie nachts aufwachen, ist das die Chance, über Ihre Probleme nachzudenken. Da stört Sie keiner.

5. Das ganze Gerede über Entspannung und Meditation sollten Sie ausblenden. Esoterischer Quatsch.

6.  Spaß können Sie im Urlaub haben, nachdem Ihre Mails bearbeitet sind.

7. Das Wochenende ist dazu da, Liegengebliebenes im Haus, Garten oder Arbeit zu erledigen. Wer abhängt, schafft nichts.

8. Hören sie auf, von Luftschlössern zu träumen. Machen Sie etwas handfestes und sicheres. Bloß keine Risiken eingehen.

9. Kommunikation findet statt, wenn sie ein Ziel verfolgt. Ansonsten vermeiden Sie unnütze Gespräche zum Beispiel über Ihre Gefühle und Motive, vor allem mit Angehörigen.

10. Verplanen Sie ihre Zeit mindesten sechs Monate im Voraus. Sie sollten nicht in die Verlegenheit kommen, sich zu langweilen oder unstrukturiert in den Tag zu leben.



Dienstag, 4. Juli 2017

Selbstblockade!

Wie Vorurteile Glück und Erfolg beeinflussen.

Wollen Sie auch erfolgreich, glücklich, gesund, ausgeglichen, geliebt und wertgeschätzt sein? Doch ständig kommt Ihnen etwas dazwischen. Meist sind die Umstände oder andere Menschen der Grund - so glauben sie. Und da sind wir schon beim Thema. Sie GLAUBEN. 

 

Abneigungen, Konflikte, Launen, Schwermut, Misserfolg, Angst, Ablehnung- alles Produkte unseres Gehirns? Was ist mit Vorlieben, Sympathie, Erfolg, mentaler Stärke, Ausgeglichenheit oder Begeisterung? Neuste Forschungen zeigen - alles hat seinen Anfang in uns selbst, genau genommen im Gehirn. Hauptgrund dafür ist die Denkweise des Menschen. Sie kann einem das Leben zum Himmel oder zur Hölle machen. Zum Glück ist sie veränderbar.

Gedankensucht

Menschen sind süchtig nach Erklärungen und Bewertungen. Warum? Weil ein bestimmter Teil des Gehirns die Aufgabe hat, alles Wahrgenommene und jede Emotion sofort zu beurteilen, rational zu erklären und einzuschätzen. Darüber hinaus will es bereits vorhandene Überzeugungen, Einstellungen und Urteile bestätigen. Wer Recht hat, ist sicher und muss nichts ändern, sich also nicht in Gefahr bringen. Das gibt Sicherheit und macht Dinge verstehbar.

Bauch vor Kopf

Im Gegenzug ist z.B. ein „Bauchgefühl“ über die Nervenzellen im Darm schon ans Gehirn gemeldet, da hat der Kopf noch nicht einmal angefangen zu denken, was neuere Forschungen bestätigen. Wir glauben zu wissen und meinen zu ahnen, was andere denken und warum Dinge so sein sollten oder anders. Auf Basis dieser Interpretationen sprechen und handeln wir. Wir denken nach und denken nach und denken nach - vor allem über das, was um uns herum passiert. Wirkt der eine Mensch sympathisch, so tut es der andere nicht. An manchen Tagen ist die Arbeit besonders anstrengend, an anderen flutscht es regelrecht. Heute lache ich über einen Witz, den ich morgen in den falschen Hals bekomme. Interessant ist, sich die Gedanken, Einstellungen und Überzeugungen hinter diesen Feststellungen und Verhaltensweisen klar zu machen und zu verändern.

Schwester Vergangenheit und Bruder Zukunft 

Die subjektiven, individuellen Gedanke über das Leben, den Menschen, Beziehungen oder aktuelle Situationen basieren auf der Erziehung und vergangenen Erfahrungen. Sie werden zur Bewertung des Hier und Jetzt heran gezogen, als Expertise, Rezept oder eine Art Wikipedia des Lebens. Durch Erinnerung verfestigen wir gleichzeitig vergangene Erlebnisse mit den dazugehörigen Emotionen und Schlussfolgerungen daraus. Alle Gedanken, wie „Das tut man nicht“, „Wenn man (nicht)…,dann…“, „Ich bin…“, „Das ist einfach so.“ gehen in Richtung Überzeugung. Dazu kommt, dass der Mensch auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit die Zukunft vorauszusehen glaubt - und das oft in blumigen Horrorszenarien und Worst-Case-Vorstellungen, die Angst oder Besorgnis auslösen. Angst ist ein schlechter Begleiter in Kommunikation, Beziehung und vor allem in Bezug auf den Erfolg.

Positiv Denken ist nicht genug    

Sie boomen, die Bücher über positives Denken. Doch unser Gehirn ist schlauer. Wer genau zuhört, wird sie mitbekommen, die Einsprüche aus einer Ecke unseres Kopfes. Bewusst setzt sich der Erfolgssucher ganz glücksorientiert vielleicht die Ziele: „Mein Umsatz in diesem Jahr wird xy Euro betragen. Ich akquiriere 20 neue Kunden und fahre 20 Tage am Stück in den Urlaub.“ Vielleicht zwingt er sich, diese ZielGedanken einige Male pro Tag zu denken mit mäßigem Glücksgefühl. Denn seine Programmierung ist stärker. Ganz leise läuft im Hintergrund das Dauertonband „Was? Du? Wieso solltest Du soviel verdienen? Du bist doch überhaupt nicht gut genug. Woher willst Du die Kunden bekommen? Das kannst Du sowieso nicht. Und Urlaub kannst Du Dir weder leisten, noch hast Du es verdient. Ganz schön anmaßend, Freundchen.“ Zwei konträre Gedanken, null Ergebnis. Sie gleichen sich quasi gegenseitig aus.

Wahrheit für Klarheit

Wer sein Leben für sich positiv gestalten will und erfolgreich arbeiten möchte, muss vor allem eines sein, ehrlich zu sich selbst. Jede negative Erfahrung mit anderen Menschen, jedes Gefühl, das im Kontakt mit anderen entsteht ist eine wunderbare Gelegenheit, zu lernen. Macht Dich ein anderer Mensch wütend ist, traurig, enttäuscht oder verletzt Dich, dann liegt die Ursache für dieses Gefühl in Dir. Hast Du Angst um Deine Zukunft, so bist Du der Urheber. Selbst in schlimmsten Lebenssituationen ist es allein Deine Bewertung der Situation, die darüber entscheidet, ob Du daran zerbrichst oder wächst.

Dienstag, 20. Juni 2017

Lieber Sicherheit statt Tschakka-Manie?

Begeisterung und Berechenbarkeit - zwei unterschiedliche Paar Schuhe? Nein!

Motivation hat ganz viel mit Sicherheit zu tun.

Wer sich nicht sicher fühlt, kann sich schwer begeistern. 

Wer verunsichert ist, hat Angst und ist mental limitiert. Er setzt sich und andere unter Druck.

Nur, wer weiß, dass er nichts und niemand fürchten muss, kann sich entspannen.

Entspannung funktioniert nur im AllesGut-Modus. 

Wer entspannt ist, hat Ideen, findet Lösungen und steckt andere positiv an.

Motivation ist das Endprodukt von Sicherheit und innerer Freiheit.

Wahre Begeisterung zu entwickeln, geht weit über „Tschakka“- Momente hinaus.

Es geht um viel tiefer liegende Aspekte der Persönlichkeit.

Weiß ein Mitarbeiter beispielsweise nicht, was andere über ihn denken oder ist verunsichert durch die Firma, die Aufgabe, Kunden oder Kollegen, mindert das früher oder später seine Mitmachfreude. 

Er verliert die Bereitschaft, sich 100 Prozent für eine Sache einzusetzen.

Es fällt ihm schwer, fokussiert zu bleiben. Er lässt sich leicht ablenken auf der Suche nach Gewissheit. Dadurch gestaltet er seinen Alltag weniger produktiv, was ihn zutiefst beunruhigt. Das führt zu kräftezehrenden Schutz- und Vertuschungsmaßnahmen. 

Probleme werden größer, als sie sein müssten. 

Er wartet aufs Wochenende, den Urlaub oder sein Körper streikt.

Verunsicherung führt zum Abkapseln von der Realität. Der Mitarbeiter hat einen eigenen Film im Kopf. Seine Befürchtungen summieren sich. Ansagen vom Chef oder Team helfen nicht. 

Der Umgang mit anderen dient allein der Rückgewinnung der Selbstsicherheit, statt dem Erfolg eines Projektes. 

Was sich wie ein Einzelfall anhört ist an der Tagesordnung. 

Das Leben vergeht in Phasen. Fast jeder Mensch war schon einmal in einer Verunsicherungs-Situation. Mit Coaching lässt sich eine solche Phase schneller und erkenntnisreicher beenden. 

Schwieriger wird es, wenn ganze Teams in der Motivations-Falle stecken. 

Projektverzögerungen, Umsatzeinbrüche, Kundenbeschwerden etc. lassen sich verhindern, indem in einem Team ein Umfeld von Sicherheit und Gewissheit geschaffen wird. 

Dafür gibt es Menschen, wie mich. 

Ich hole Teams und Mitarbeiter in Workshops ab und bringe sie in Zusammenarbeit mit der Führung zurück in den Bereich von Sicherheit, Selbst-Gewissheit, Motivation und Engagement. Dabei hat das Team langanhaltende Erkenntnisse. In Live-Interventionen führe ich Einzelpersonen wesentliche Schritte voran.


Bei Bedarf komme ich auch in Ihr Unternehmen. Gemeinsam steuern wir die Lage in Richtung Motivation. 

Senden Sie mir eine E-Mail mit dem konkreten Thema an m.loher@living-communication.de

Dienstag, 30. Mai 2017

Werden Sie zum Business Hippie!

Wie Sie leichter und befreit leben.

  • Nehmen Sie nichts mehr ernst. Sehen Sie in allem die witzige Seite. Lachen Sie über sich und das Leben. Bringen Sie andere möglichst oft zum Lachen, vor allem Kinder. Nehmen Sie Ihre Arbeit nicht so ernst, sondern sehen Sie die Comedy daran.



  • Sorgen Sie für ein kuscheliges Zuhause, in das Sie täglich dankbar, mit Freude und einem Gefühl von Leichtigkeit zurückkehren. Werfen Sie alles hinaus, was stört. Kaputtes, Überflüssiges, nie Benutztes, Sinnloses, Frustrierendes....Dazu gehören Dinge, aber auch Menschen.

  • Nutzen Sie jede Gelegenheit für Spaß, Spiel und Blödsinn. Je alberner, desto glücklicher. Sie dürfen verrückt sein.

  • Befreien Sie sich davon, über irgendetwas Kontrolle zu haben. Akzeptieren Sie die Hochs und Tiefs des Lebens. Fließen Sie mit dem Strom, statt dagegen zu kämpfen.

  • Nutzen Sie jede Gelegenheit, um beruflich erfolgreich zu sein. Genießen Sie die Attention, machen Sie sich aber nicht davon abhängig. Von Ihrem Geld kaufen Sie sich alles, was Ihnen Freude macht. Oder Sie zahlen fröhlich Schulden ab. Und seien Sie großzügig zu denen, die weniger haben. 

  • Erwarten Sie nichts, aber auch gar nichts mehr von anderen. So werden Sie ständig positiv überrascht. Und legen Sie sich ein Sch…-egal-Gefühl zu, wie andere über Sie denken.

  • Lassen Sie jeden Freudenschrei bewusst laut aus Ihrem Mund heraus. Wenn Sie zum Beispiel Sport machen, oder im Auto Musik hören, jubeln Sie lautstark. Manche Hochgefühle kommen in völlig unerwarteten Momenten. Sofort ausleben!

  • Hören Sie Musik! Spielen Sie Instrumente. Singen Sie. Und zwar die Musik, die Sie tief berührt oder zum Freudentanz verführt.

  • Lassen Sie negativen Emotionen freien Lauf, wenn Sie alleine sind. Denken Sie aber bei jeder Träne, jedem Wutausbruch und frustriertem Einkugeln unter der Bettdecke, dass Sie es JETZT loslassen. Halten Sie keine miese Stimmung länger fest.

  • Lenken Sie sich sofort ab, wenn Sie sich Sorgen machen. Am besten, indem Sie genau das Gegenteil denken oder, wie ein Schauspieler so tun, als wären Sie glücklich. Ihr Gehirn wird Ihnen glauben und Glückshormone ausschütten. So haben Sie bessere Ideen und Ihr Gehirn wird umtrainiert von Sorgen auf Flow.

Haben Sie auch noch Ideen?

Montag, 22. Mai 2017

Am Anfang steht die Zurückweisung.

Wie aus Kindern "verärgerte" Erwachsene werden.


„Mama, der Junge hat gesagt, ich soll die Fresse halten“, erklärt mir meine 8-jährige Tochter, als ich sie nach dem Grund ihrer Tränen frage. Ich besuche Sie in der Mittagsbetreuung der Grundschule. Nach drei Tagen Seminar komme ich gerade vom Flughafen und will sie kurz begrüßen. Jetzt stehe ich auf der Wiese vor der Einrichtung, umringt von einer Traube kleiner wissbegieriger Mädchen. Ich bin schockiert, wie immer. Denn bei uns zu Hause geht es meist recht motiviert und lustig zu. Solche Beleidigungen finden nicht statt, zumindest solange ich in der Nähe bin.

Ich hatte sie vorher beobachtet, wie sie bei den Jungs stand und sich stoisch beschimpfen hat lassen. „Dann gehe das nächste Mal weg und höre nicht mehr zu. Sie testen, wie weit sie gehen können und wenn Du da stehst und weinst, haben sie ihr Ziel erreicht“, erkläre ich.

„Die sind aber immer gemein zu uns“, tönt es aus allen Mündern gleichzeitig. Ich frage die Mädchen interessiert, was die Jungs so zu ihnen sagen. „Zu mir sagen sie, meine Mama wäre behindert“, sagt ein Mädchen, dessen Mutter gehörlos ist. „Mich nennen sie immer Zicke“, beschwert sich ein drittes Kind. „Zu mir sagen Sie, ich bin zu dick, aber ich bin eben keine Dünne“, meint ein Mädchen mit goldenem Haar. „Der Markus hat gesagt, du bist ein Psychoheini“, erklärt meine Tochter. Ich kann mir ein Lachen schwer verkneifen und finde es gleichzeitig schrecklich, diese Dinge zu hören. Nachdenklich beobachte ich die Buben, die sich gegenseitig jagen und spielerisch verkloppen.

„So sind Jungs in euerem Alter. Sie testen ihre Stärke. Es geht um gewinnen und verlieren. Sie nutzen dazu alles, von dem sie glauben, dass es funktioniert. Sie denken vermutlich nicht darüber nach, ob es euch weh tut, solange sie am längeren Hebel sitzen. Das wird noch schlimmer, bis Sie etwa 16 sind…dann verhalten sie sich zumindest euch gegenüber wieder anders“, erkläre ich und frage mich gleichzeitig, warum das eigentlich so ist. „Und ihr seid ja nun auch nicht immer die Engelchen“, füge ich hinzu. „In der Gruppe fühle ich mich immer stärker“, erklärt ein braunhaariges Mädel und alle nicken zustimmend.

Natürlich lässt es mich doch nicht los. „Psychoheini“ also. Ich. Mir ist klar, woher das kommt. Von den Eltern des Jungen vermutlich. Ich merke, wie mein Verstand in zwei Richtungen rennt. Erstens ist mein Ego gekränkt. „Was fällt den Eltern ein, so etwas zu sagen! Und überhaupt. Bei denen kein Wunder“, wertet mein Kopf. Sofort unterbinde ich das. Zweitens fühle ich mich sogar ein bißchen stolz. Denn ich bin ja nun mal psychologisch fit und hinterfrage das Menschsein und das Leben. Das beunruhigt genau die Menschen, die eher nichts darüber wissen möchten.

Was mich beschäftigt, dass Kinder andere Kinder ärgern. Eigentlich wollen sie alle gemocht werden. Ihr Selbstwert leidet massiv unter den Attacken der Mitschüler. Wir Erwachsenen finden das normal. Ist halt so. Mussten wir alle durch. Was uns nicht umbringt, macht uns härter und nur die Harten kommen in den Garten. Oder wie war das?

Geht es nicht anders? Warum sagen Eltern etwas schlechtes über andere Eltern bzw. andere Menschen, Berufe, Herkunft, Besitz, Aussehen? Macht es das den Kindern in der Schule nicht schwerer? Selbst ironisch, im Nebensatz z.B. beim Autofahren oder im Spaß gesagte Flapsigkeiten werden von Kindern aufgeschnappt. Denn sie hören die Emotion dahinter. Sofort wird es kopiert, denn es scheint wichtig und richtig zu sein, wenn Mama oder Papa das so intensiv intoniert.

Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, so gut wie nie verurteilend, abwertend oder vorurteilsbehaftet über andere Menschen vor meinen Kindern zu sprechen. Und wenn es mir doch heraus rutscht, dann erkläre ich sofort, warum ich das gesagt habe. Weil ich wütend bin, oder enttäuscht, oder verletzt, oder weil ich mich aufwerten will, indem ich anderer Leute Fehler hervor kehre.

Bleibt die Frage, warum Kinder eigentlich so gemein zueinander sind? Diese Frage lässt mich einfach nicht los. Ich könnte es damit erklären, dass sie alle emotionalen Facetten üben und testen. Was scheinbar fehlt, ist die Facette, sich gegenseitig zu motivieren, zu unterstützen und aufzubauen, selbst wenn sie keine Freunde sind. Und was ist mit Toleranz, Mitgefühl und Gemeinschaft?

Fast jeden Tag habe ich es mit Menschen zu tun, die im Beruf und privat unter dem Verhalten und Umgang anderer Menschen leiden. Es sind die erwachsenen Kinder, die sich weiter gegenseitig ärgern und testen.

Nur dass das Ärgern subtiler und strategischer abläuft. Zwischen den Zeilen, in Meetings, beim Kaffee-Lästern hinter deren Rücken oder aus der Macht-Position eines Vorgesetzten. Die Erwachsenen Kinder schreien und weinen nicht mehr, aber sie leiden ebenso unter der Zurückweisung, Abwertung und Ausgrenzung. Wäre es nicht an der Zeit, unseren Kindern genau das Gegenteil vorzuleben? Und wäre es nicht an der Zeit, umzudenken und anders zu handeln?

Stellen Sie sich vor, jeder, der Ihnen begegnet, tut das mit einem Lächeln und wertschätzendem Blick. Jeder zeigt Interesse, ist ehrlich, steht für sich ein und freut sich gleichzeitig für Sie? Und sie fühlen sich stets willkommen und anerkannt? Und stellen Sie sich weiter vor, Sie geben das gleiche zurück? Die Frage ist nur, wer fängt damit an?